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Kleine Texte mit grosser Wirkung für Barrierefreiheit und SEO

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Kleine Texte mit grosser Wirkung für Barrierefreiheit und SEO

Alt-Texte werden oft unterschätzt, obwohl sie für digitale Barrierefreiheit, Nutzerfreundlichkeit und SEO eine wichtige Rolle spielen. Sie helfen Menschen mit Screenreadern, den Inhalt von Bildern zu verstehen, unterstützen Suchmaschinen bei der Einordnung visueller Inhalte und machen Websites professioneller. Gerade seit dem European Accessibility Act, der seit dem 28. Juni 2025 in der EU gilt, sollten auch Schweizer Unternehmen mit EU-Bezug das Thema ernst nehmen.

publiziert von

Florian
Stadelmann

Um was geht es?

Alt-Texte machen Bilder für Menschen zugänglich, die sie nicht oder nur eingeschränkt sehen können.
Gute Alt-Texte beschreiben den Zweck eines Bildes klar, ohne unnötige Details oder Keyword-Stuffing.
Für Unternehmen sind Alt-Texte ein einfacher Einstieg in digitale Barrierefreiheit, bessere Nutzererfahrung und saubere SEO-Grundlagen.
Alt-Texte sind mehr als ein technisches Detail

Viele Unternehmen behandeln Alt-Texte wie eine kleine Nebensache im CMS. Ein Bild wird hochgeladen, der Dateiname bleibt kryptisch, das Alt-Feld bleibt leer und die Website sieht trotzdem normal aus. Genau darin liegt das Problem: Für viele Besucher funktioniert die Seite visuell, aber nicht inhaltlich.

Ein Alt-Text ist eine kurze Beschreibung, die einem Bild hinterlegt wird. Screenreader lesen diesen Text vor, wenn eine Person das Bild nicht sehen kann. Auch Suchmaschinen nutzen Alt-Texte, um Bilder besser einzuordnen. Google empfiehlt ausdrücklich, Alt-Texte nützlich, informationsreich und passend zum Kontext der Seite zu schreiben, statt sie mit Keywords zu überfüllen. Für Unternehmen bedeutet das: Alt-Texte sind nicht nur ein Thema für Technik oder SEO. Sie betreffen Kommunikation. Wer Bilder verwendet, sollte auch erklären können, was diese Bilder für den Inhalt bedeuten.

Digitale Barrierefreiheit wird für Unternehmen konkreter

Seit dem 28. Juni 2025 gilt der European Accessibility Act in der EU. Er betrifft unter anderem digitale Produkte und Dienstleistungen und macht Barrierefreiheit für viele Anbieter verbindlicher als früher. Auch Schweizer Unternehmen können indirekt betroffen sein, wenn sie digitale Angebote an Kundinnen und Kunden im EU-Raum richten.

Alt-Texte gehören dabei zu den einfachen, aber wichtigen Grundlagen. Sie lösen nicht alle Barrieren einer Website, aber sie beseitigen eine sehr sichtbare Schwachstelle: Bilder ohne Bedeutung für assistive Technologien.

Das betrifft nicht nur grosse E-Commerce-Plattformen. Auch kleinere Websites mit Teamfotos, Leistungsbildern, Referenzprojekten, Icons, Diagrammen oder Produktfotos profitieren davon. Ein sauber beschriebener visueller Inhalt zeigt, dass eine Website nicht nur gut aussieht, sondern auch sorgfältig aufgebaut ist.

Was ein guter Alt-Text leisten muss

Ein guter Alt-Text beschreibt nicht einfach jedes Detail eines Bildes. Er erklärt, was für den Inhalt wichtig ist. Der Kontext entscheidet.

Ein Beispiel: Auf einer Website für eine Zahnarztpraxis steht ein Bild mit einer lächelnden Patientin im Behandlungszimmer. Ein schwacher Alt-Text wäre: „Bild Frau Zahnarzt Praxis“. Ein besserer Alt-Text wäre: „Patientin sitzt entspannt im modernen Behandlungszimmer einer Zahnarztpraxis.“

Noch besser wird es, wenn der Bildzweck klar ist. Wird mit dem Bild Vertrauen aufgebaut, sollte der Alt-Text genau diesen Kontext unterstützen. Wird ein Produkt gezeigt, sollte der Alt-Text das Produkt konkret beschreiben. Wird eine Infografik verwendet, muss die Aussage der Grafik verständlich werden.

Wichtig ist auch: Dekorative Bilder brauchen oft keinen beschreibenden Alt-Text. Wenn ein Bild nur Schmuck ist und keine Information trägt, sollte es technisch so behandelt werden, dass Screenreader es überspringen können. Sonst entsteht unnötiger Lärm für Nutzerinnen und Nutzer.

Alt-Texte sind kein Platz für Keyword-Stuffing

Ein häufiger Fehler ist, Alt-Texte für SEO zu missbrauchen. Dann steht dort nicht, was auf dem Bild zu sehen ist, sondern eine Ansammlung von Suchbegriffen. Das hilft weder Menschen noch Suchmaschinen. Google warnt bei Alt-Texten klar vor Keyword-Stuffing, weil es die Nutzererfahrung verschlechtert und als Spam wahrgenommen werden kann.

Ein schlechter Alt-Text wäre zum Beispiel:
„Webdesign St. Gallen Webagentur SEO Landingpage Website erstellen günstig“

Ein sinnvoller Alt-Text wäre:
„Startseite einer modernen Website auf einem Laptop mit klarer Navigation und Kontaktbutton“

Der Unterschied ist einfach: Der zweite Text beschreibt das Bild. Der erste Text versucht nur, Suchbegriffe unterzubringen. Genau das wirkt unprofessionell.

Gute SEO entsteht nicht durch Tricks, sondern durch klare Inhalte. Alt-Texte sollten deshalb zuerst für Menschen geschrieben werden. Wenn ein relevantes Keyword natürlich passt, kann es verwendet werden. Wenn nicht, lässt man es weg.

Besonders wichtig bei Produkten, Referenzen und Diagrammen

Nicht jedes Bild auf einer Website ist gleich wichtig. Besonders relevant sind Alt-Texte bei Bildern, die eine echte Entscheidung unterstützen.

Bei einem Online-Shop sollten Produktbilder präzise beschrieben werden. Farbe, Form, Material, Modell oder sichtbare Besonderheiten können entscheidend sein. Bei Referenzprojekten sollte klar werden, was gezeigt wird. Bei Diagrammen oder Infografiken reicht eine oberflächliche Beschreibung nicht aus. Dort muss die Kernaussage verständlich werden.

Ein Beispiel für ein Diagramm:

„Balkendiagramm zeigt steigende Website-Anfragen nach dem Relaunch von Januar bis Juni“

Das ist viel hilfreicher als:
„Diagramm mit Balken“

Für Dienstleister ist das besonders relevant. Viele Websites verwenden Bilder, um Kompetenz, Vertrauen oder Ergebnisse zu zeigen. Wenn diese Bilder keine Alt-Texte haben, fehlt ein Teil der Botschaft für Menschen mit Sehbehinderung und für Systeme, die Inhalte maschinell auswerten.

So können Unternehmen Alt-Texte praktisch verbessern

Der erste Schritt ist ein einfacher Audit. Unternehmen sollten ihre wichtigsten Seiten durchgehen: Startseite, Leistungsseiten, Kontaktseite, Blogartikel, Produktseiten und Landingpages. Danach wird geprüft, welche Bilder fehlen, welche Alt-Texte leer sind und welche Texte zu allgemein oder zu keywordlastig geschrieben wurden.

Hilfreich ist eine einfache Regel:
Beschreibe das Bild so, wie du es jemandem am Telefon erklären würdest, der es nicht sehen kann.

Bei einem Teamfoto reicht nicht „Teamfoto“. Besser wäre:
„Team der Agentur sitzt gemeinsam an einem Besprechungstisch im Büro“

Bei einem Leistungsbild reicht nicht „Webdesign“. Besser wäre:
„Designer bearbeitet am Laptop das Layout einer Unternehmenswebsite“

Bei einem Button-Icon reicht nicht „Pfeil“. Wenn das Icon nur dekorativ ist, braucht es keinen sprechenden Alt-Text. Wenn es eine Funktion hat, muss diese Funktion verständlich benannt werden.

Alt-Texte sollten kurz, klar und konkret sein. Sie müssen nicht poetisch sein. Sie müssen helfen.

Unser Fazit

Alt-Texte sind ein kleiner Bestandteil einer Website, aber sie haben eine grosse Wirkung. Sie machen Bilder verständlicher, verbessern die digitale Barrierefreiheit und unterstützen eine saubere SEO-Struktur. Gerade durch die stärkere Aufmerksamkeit rund um den European Accessibility Act seit Juni 2025 wird deutlich: Barrierefreiheit ist kein Zusatz mehr, den man irgendwann erledigt. Sie gehört zur professionellen digitalen Präsenz.

Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Alt-Texte lassen sich vergleichsweise schnell prüfen und verbessern. Wer damit beginnt, macht seine Website nicht nur zugänglicher, sondern auch klarer, strukturierter und vertrauenswürdiger.

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